Unter obiger Überschrift berichtet das "Wedtfalen Blatt": Kreis Gütersloh (WB). Der Gütersloher Ralph Brinkhaus ist der neue starke Mann in der Kreis-CDU. Weil Ludger Kaup nicht mehr antritt, soll der 40-jährige Steuerberater den Kreisvorsitz übernehmen. WESTFALEN-BLATT-Redakteur Michael Delker befragte Ralph Brinkhaus zu seinem rasanten Aufstieg.
Im Herbst kandidieren Sie für den Bundestag. Der CDU-Vorstand will Ihnen nun auch den Kreisvorsitz andienen. Stehen Sie für dieses Amt bereit?
Ralph Brinkhaus: »Ja. Nachdem Ludger Kaup nicht mehr zur Verfügung steht, hat der Kreisvorstand beschlossen, dass der Kreisverband am 30. März einen neuen Vorsitzenden wählen wird. Im Zuge dieser Diskussion bin ich gebeten worden, für dieses Amt zur kandidieren.«
CDU-Fraktionsvorsitzender in Gütersloh, Bundestagskandidat, Kreisvorsitzender - lassen sich diese Ämter zeitlich überhaupt unter einen Hut bringen?
Ralph Brinkhaus: »Wir müssen schauen, dass wir die Arbeit gut verteilen. Wenn Sie in andere Kreise schauen, dann werden Sie sehen, dass es vollkommen normal ist, wenn der Bundestagsabgeordnete auch den Kreisvorsitz übernimmt. Ungewöhnlich ist es, wenn noch ein Ratsmandat hinzukommt. Hier müssen sich dann nach der Kommunalwahl Heiner Kollmeyer, der dann hoffentlich Gütersloher Bürgermeister ist, der Stadtverbandsvorsitzende Rafael Tigges und ich zusammensetzen und die Arbeit organisieren. Die Voraussetzung ist natürlich, dass wir alle in den Rat gewählt werden.«
Kritiker könnten Ihnen die Ämterhäufung vorwerfen.
Brinkhaus: »Ich bin kein Mensch, der Posten sammelt. Als ich mich um die Bundestagskandidatur beworben habe, hatte ich nicht vor, auch CDU-Kreisvorsitzender zu werden. Leider hat Ludger Kaup erklärt, dass er aufhören möchte. Wir alle hätten uns gewünscht, dass er als CDU-Kreisvorsitzender weitermacht. Und noch ist auch nichts entschieden. Jedes Mitglied aus den Städte- und Gemeindeverbänden hat die Möglichkeit, sich um den Kreisvorsitz zu bewerben.«
Bei der Nominierung von Kandidaten möchte der Kreisvorstand künftig die CDU-Mitglieder direkt entscheiden lassen. Was soll diese Neuerung bringen?
Brinkhaus: »Als der Bundestagskandidat nominiert wurde, haben Delegierte abgestimmt. In Vorstellungsrunden in den Kommunen haben wir zuvor jedoch eine große Begeisterung bei den Mitgliedern festgestellt. Deswegen wollen wir sie direkter beteiligen. In Paderborn hat man mit dem Mitgliederentscheid sehr gute Erfahrungen gemacht. Dort haben mehr als 1000 Mitglieder den Bundestagskandidaten gewählt. Das macht Demokratie spannend und lebendig. Zum ersten Mal könnten die Landtagskandidaten auf diese Art und Weise nominiert werden.«